05.05.2017
Keine Studiengebühren für EU-Ausländer

Ein Gespenst geht um an den Hochschulen im Südwesten Deutschlands. Einmal mehr wurden in dieser Woche Studiengebühren in Baden-Württemberg eingeführt. Bereits ab dem kommenden Wintersemester wird ein Betrag von 3000 Euro pro Studienjahr fällig - zumindest wenn man das Pech hat, nicht aus Europa zu kommen. Denn die grün-schwarze-Landesregierung bittet zunächst nur EU-Ausländer zur Kasse.

Die Union ist seit Langem als Freund von Bildungsgebühren bekannt. Besonders pikant ist daher die Rolle der Grünen, die ursprünglich für die Abschaffung der Studiengebühren ins Amt gewählt wurden. Jetzt wollen sie damit Geld im Hochschulsektor sparen.
Bildung ist aber ein Menschenrecht und keine Ware, für die je nach Haushaltslage ein Preis verlangt werden kann.

Gerade durch seine Gebührenfreiheit hat das deutsche Hochschulsystem über Jahrzehnte entscheidend zur Entwicklungszusammenarbeit gerade mit Schwellenländern beigetragen. Außerdem haben Studien längst eindrücklich belegt, dass ausländische Studierende selbst kurzfristig die verursachten Kosten wieder ausgleichen und langfristig wichtige Brücken in die Welt darstellen.

© 2013-2017 | Simone Raatz